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JLL-Report: Deutsche Immobilienfinanzierer legen beim Neugeschäft zu

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Die gewerblichen Immobilienfinanzierer befinden sich auf Wachstumskurs. Das macht sich sowohl beim Neugeschäft als auch bei der Entwicklung der Kreditbestände bemerkbar. Laut dem Neugeschäftsreport des Immobiliendienstleisters JLL haben die zwölf analysierten deutschen Banken 2021 ihre Kreditvergabe im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf ein Gesamtvolumen von 39,7 Milliarden Euro ausgeweitet. Fast alle Institute haben zudem ihre Kreditbestände vergrößert.

„Die Banken haben während der Coronapandemie konsequent an ihrer verschärften Kreditvergabepolitik festgehalten“, sagt Timo Wagner, zuständig für Debt Advisory bei JLL Germany. Das habe sich insbesondere bei Value-add- und opportunistischen Investments in Form von gestiegenen Eigenkapitalanforderungen und höheren Margen bemerkbar gemacht. „Allerdings waren die Banken im zweiten Halbjahr 2021 zunehmend bereit, ihre passive Haltung am Finanzierungsmarkt abzulegen und vereinzelt auch wieder etwas risikoreicheres Neugeschäft abzuschließen“, ergänzt Wagner.

Für das laufende Jahr sind die Banken recht positiv gestimmt. Sechs Kreditinstitute erwarten 2022 ein ähnliches Neugeschäft wie im Vorjahr. Bei vier von ihnen geht man von einem Anstieg im aktuellen Jahr aus, nur zwei Banken planen mit einem Rückgang des Neugeschäftsvolumens. „Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die Folgen des Ukraine-Kriegs sowie das veränderte Zinsumfeld auf den Investmentmarkt auswirken werden“, gibt Wagner zu bedenken. Auf internationaler Ebene sei bereits zu erkennen, dass Finanzierungen ins Stocken geraten.

Analog zum Neugeschäft zeigt sich auch bei den Kreditbeständen im Jahresvergleich eine positive Entwicklung. Nahezu alle Banken weisen einen Zuwachs des Kreditbestands auf.

Im Fokus der Banken bleiben die Assetklassen Wohnen, Logistik und Büro. Zurückhaltung herrscht dagegen weiterhin bei Hotels und Einzelhandelsimmobilien mit Ausnahme von lebensmittelgeankerten Gebäuden. Projektentwickler müssen sich auf härtere Zeiten einstellen. Zwar bleibt der Finanzierungsmarkt für Projektentwicklungen laut Wagner grundsätzlich liquide. „Jedoch ist der Zinsanstieg deutlich zu spüren und vor allem die wachsenden Baukosten drücken die Gewinne der Entwickler. Außerdem werden Vorvermietungen in im Bau oder in Planung befindlichen Projekten aufgrund der unsicheren Fertigstellungstermine bei den Banken vorsichtiger bewertet. Das erschwert insgesamt die Finanzierungssituation von Projektentwicklern“, so Wagner. (DFPA/TH1)

Jones Lang Lasalle Incorporated ist ein international tätiges Dienstleistungs-, Beratungs- und Investment-Management-Unternehmen im Immobiliensektor mit Sitz in Chicago. Das Unternehmen bietet unter der Marke JLL in mehr als 80 Ländern Dienstleistungen für Eigentümer, Nutzer und Investoren an.

www.jll.de

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